Einbauschrank
unter der Dachschräge
Unter der Dachschräge holt ein Einbauschrank Stauraum aus Ecken, in die kein Möbel von der Stange passt. Er steht dort aber vor einer Fläche, die im Winter kälter ist als jede Innenwand. Wie er gebaut und befestigt wird, entscheidet darüber, ob es dahinter trocken bleibt.
Warum Schränke von der Stange hier scheitern
Ein Kaufschrank ist ein Quader. Unter der Dachschräge trifft er auf einen Kniestock von ganz unterschiedlicher Höhe, auf eine Neigung, die von Haus zu Haus anders ist, und im Altbau auf Wände, die weder gerade noch im Lot stehen. Was übrig bleibt, sind Keile und Restflächen, in die nichts passt und die verstauben.
Ein Einbauschrank folgt der Schräge. Er nutzt die hohe Seite für Kleidung auf der Stange und die niedrige für Auszüge, Schubladen oder Klappen. Weil er dicht an Dach und Kniestock steht, gehört die Frage, was hinter ihm passiert, an den Anfang der Planung.
Am Anfang steht ein Aufmaß vor Ort. Neigung, Kniestockhöhe und die Abweichungen der Wände werden an mehreren Stellen gemessen, bei sehr unregelmäßigen Schrägen hilft eine Schablone aus Pappe oder dünnen Platten. Dabei wird auch geklärt, wo Leitungen liegen und welche Klappe zur Abseite zugänglich bleiben muss.
Was im Winter hinter dem Schrank passiert
Die Dachschräge ist die Außenhaut des Hauses. Im Winter ist ihre Innenseite kühler als eine Innenwand, im schlecht gedämmten Altbau deutlich. Ähnlich ist es beim Kniestock, wenn dahinter eine kalte Abseite liegt. Warme Raumluft, die an einer kühlen Fläche abkühlt, wird dort feuchter.
Steht ein Schrank davor, kommt kaum noch warme Luft an die Fläche heran. Schrank und Inhalt wirken dann wie eine Dämmschicht auf der falschen Seite: Die Wand dahinter wird noch kälter, und die Feuchte bleibt stehen. Ein Merkblatt der bayerischen Staatsregierung beschreibt diesen Fall am Beispiel eines gefüllten Kleiderschranks vor der Außenwand.
Schimmel braucht kein sichtbares Wasser. Nach Angaben des Umweltbundesamts genügt eine relative Luftfeuchte von ungefähr 80 Prozent direkt an der Oberfläche. Hinter einem geschlossenen Schrank an der Schräge sind solche Bedingungen leichter erreicht als im offenen Raum, und niemand sieht es, bis man den Schrank ausräumt.
Luft hinter den Schrank bringen
Die einfachste Abhilfe ist ein Spalt. Für Möbel an Außenwänden nennen das Umweltbundesamt und das Bayerische Landesamt für Umwelt einen Abstand von rund 10 Zentimetern, vor allem bei kalten, schlecht gedämmten Wänden. Außenecken sind noch kälter, dort sollte der Abstand größer sein.
Ein Einbauschrank kann das konstruktiv lösen. Die Rückwand sitzt mit Abstand vor der Schräge, und Sockel und obere Blende bekommen Lüftungsschlitze oder ein Gitter. So zieht Raumluft unten hinein, steigt hinter dem Schrank auf und tritt oben wieder aus. Ein geschlossener Sockel und eine Blende bis an die Decke sehen ruhiger aus, sperren aber diesen Luftweg.
Wie viel Abstand und wie viel Lüftungsquerschnitt nötig sind, hängt davon ab, wie warm die Fläche dahinter im Winter bleibt. Bei einem gut gedämmten Dach reicht weniger als bei einer Schräge aus den Sechzigerjahren. Das lässt sich nur vor Ort beurteilen.
Die Dampfbremse in Ruhe lassen
Hinter der Verkleidung einer ausgebauten Dachschräge liegt in aller Regel eine Dampfbremse. Sie hält die Raumluft und ihre Feuchte aus der Dämmung heraus und funktioniert nur, wenn sie lückenlos ist. Der Schweizer Gebäudetechnikverband suissetec verlangt, dass sämtliche Anschlüsse und Durchdringungen luftdicht ausgeführt werden. Schon kleine Fehler, etwa eine schlecht verklebte Folie, erhöhen nach dem österreichischen Programm klimaaktiv die Gefahr von Feuchteschäden.
Für den Schrank heißt das: Er wird möglichst am Boden, an einer Innenwand oder am Kniestock befestigt, nicht mit Schrauben quer durch die Schräge. Hat das Dach eine Installationsebene, also eine Lattung vor der Folie, kann man dort befestigen, ohne die Folie zu treffen. Fachportale empfehlen eine solche Ebene vor allem für Leitungen und Dosen, damit die Elektroinstallation die Folie nicht an vielen Stellen durchstößt.
Wer nicht weiß, wie das eigene Dach aufgebaut ist, sollte nicht auf Verdacht bohren. Oft zeigt ein Blick durch die Klappe zur Abseite oder an einer vorhandenen Steckdose, wie die Schichten liegen.
Was Sie selbst prüfen können
Räumen Sie im Winter einmal die Möbel aus, die heute an der Schräge oder am Kniestock stehen, und sehen Sie sich Rückwand und Wand an. Graue oder schwarze Punkte, Stockflecken, eine feuchte Rückwand oder muffiger Geruch sind Warnzeichen. Dann geht es zuerst um die Ursache und erst danach um ein neues Möbel.
Werfen Sie auch einen Blick in die Abseite. Feuchte Flecken an der Dachunterseite, nasse oder abgerutschte Dämmung oder Tropfspuren gehören geklärt, bevor ein Schrank die Klappe für Jahre verdeckt. Ein Einbauschrank sollte den Zugang zur Abseite ohnehin frei lassen, etwa mit einer Revisionsklappe in seiner Rückwand.
Ein Hygrometer im Dachzimmer zeigt Ihnen, wie feucht die Raumluft im Winter ist. Steht ein Schrank schon an der Schräge, kann ein zweites Gerät für ein paar Tage dahinter liegen. Ist es dort dauerhaft deutlich feuchter als im Raum, fehlt Luft oder die Fläche ist zu kalt. Welche Ursachen in Frage kommen, steht in der letzten Frage unten.
Kalte Fläche, feuchte Luft
Hinter einem Schrank an der Schräge wird die Fläche kälter und die Luft dort feuchter. Schimmel genügt eine Feuchte um 80 Prozent an der Oberfläche.
Luft hinter den Schrank
Abstand zur Schräge und Lüftungsschlitze in Sockel und Blende halten die Fläche dahinter trocken.
Nicht durch die Folie
Befestigt wird am Boden, an der Innenwand, am Kniestock oder in einer Installationsebene, nicht durch die Dampfbremse.
Häufige Fragen
Ohne Luft dahinter ist das im Winter riskant, weil die Schräge die Außenhaut des Hauses ist. Besser ist eine Rückwand mit Abstand und Lüftungsöffnungen in Sockel und oberer Blende. Wie viel Abstand nötig ist, hängt von der Dämmung ab und lässt sich vor Ort beurteilen.
Das Umweltbundesamt und das Bayerische Landesamt für Umwelt nennen rund 10 Zentimeter, vor allem bei kalten, schlecht gedämmten Wänden. Ein Einbauschrank kann den Luftweg zusätzlich über Schlitze in Sockel und Blende sichern.
Nicht, ohne zu wissen, wo die Dampfbremse liegt. Jede Schraube durch die Folie ist ein Loch in der Dichtung des Dachs. Besser trägt der Boden, eine Innenwand oder der Kniestock, oder man befestigt in einer Installationsebene vor der Folie.
Erst muss die Ursache geklärt sein: zu wenig Dämmung, eine undichte Dampfbremse, zu feuchte Raumluft oder fehlende Luft hinter dem Möbel. Den Befall selbst sollte eine Fachkraft beurteilen. Ein neuer Schrank mit Hinterlüftung hilft nur, wenn das Dach dahinter in Ordnung ist.
Kontakt aufnehmen
Sie haben ein Projekt im Kopf? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Massivholz in der Heizperiode Förderung für Fenster Tür vom Schreiner Fenster im Denkmal Vom Aufmaß zur Montage Massivholz in der Küche Wenn die Treppe knarrt Reparieren oder ersetzen Neuigkeiten