Rahmen nach
historischem Vorbild

Altmeistergemälde · Spiegel · moderne Kunst

Nicht nachempfunden, sondern nachgebaut: Profil für Profil, in der Technik, für die diese Rahmen entstanden sind. Schwerpunkt sind flämische Wellenleisten — gebaut wird jede Epoche.

Spiegelrahmen aus eigener Fertigung
Spiegelrahmen aus eigener Fertigung — die untere Ecke, die umlaufenden Profilbänder im Streiflicht.

Was wir bauen

Wir bauen Rahmen nach historischem Vorbild, quer durch die Epochen: den flämischen und niederländischen Rahmen des 17. Jahrhunderts, die italienische Kassetta, den geschnitzten und vergoldeten französischen Rahmen, das klare Profil des Biedermeier, den Historismus des 19. Jahrhunderts. Dazu Spiegelrahmen und zurückhaltende Profile in edlen Hölzern für zeitgenössische Arbeiten.

Unser Schwerpunkt liegt bei den flämischen Wellenleisten. Nicht weil die anderen weniger interessant wären, sondern weil dieser Rahmentyp handwerklich der schwierigste ist und deshalb kaum noch jemand baut. Wer die Welle beherrscht, hat mit dem Rest keine Mühe.

Spiegelrahmen aus eigener Fertigung
Spiegelrahmen aus eigener Fertigung — Wellenleiste, Flechtband und Stäbe unmittelbar nebeneinander.

Die Wellenleiste — warum sie fast niemand mehr baut

In den Niederlanden entstand um 1600 ein Rahmentyp, den es in dieser Form sonst nirgends gibt: der Wellenleisten- oder Flammleistenrahmen. Ebenholz oder geschwärztes Obstholz, auf Gehrung gearbeitet, und über die gesamte Leiste ein regelmäßiger Wellenzug, der über Kanten und Kehlen durchläuft.

Diese Welle ist nicht geschnitzt. Sie entsteht auf einer eigens dafür gebauten Maschine, in der das Werkstück entlang einer Schablone gegen das Werkzeug bewegt wird — jede Welle exakt wie die vorige, über Meter hinweg. Historische Wellenleistenmaschinen haben sich nur vereinzelt erhalten. Wer solche Rahmen heute bauen will, muss deshalb zuerst die Maschinenfrage lösen. Genau daran scheitern die meisten Versuche, und genau deshalb sieht man so viele „flämische" Rahmen, deren Welle in Wahrheit gefräst, gegossen oder aufgeklebt ist.

Wir haben dafür ein eigenes Verfahren entwickelt. Das Ergebnis ist eine durchlaufende Leiste aus massivem Holz — kein Auflagenprofil, keine Nachbildung in Masse.

Wellenleistenrahmen, Mitteleuropa, Mitte bis Ende 17. Jahrhundert
Wellenleistenrahmen, Mitteleuropa, Mitte bis Ende 17. Jahrhundert — geschwärzter Birnbaum auf Kiefer. Historisches Vorbild aus der Sammlung des Metropolitan Museum of Art, Robert Lehman Collection, Inv. 1975.1.2301 (Public Domain). Kein Stück aus eigener Fertigung.

Wofür ein Rahmen gebaut wird

Altmeistergemälde. Ein altes Bild ist nie ohne Rahmen gedacht worden. Der Rahmen bestimmt mit, wie tief der Raum im Bild wirkt, wie das Licht auf die Tafel fällt und wie das Werk im Raum steht. Ein falscher Rahmen beschädigt nichts an der Substanz und trotzdem alles an der Wirkung. Wo der ursprüngliche Rahmen verloren ist, gibt eine Rekonstruktion dem Bild zurück, wofür es gemalt wurde.

Spiegel. Beim Spiegel trägt der Rahmen das ganze Objekt — es gibt kein Bild, das mit ihm um Aufmerksamkeit ringt. Entsprechend genau schaut man hin. Ein Spiegel im historischen Interieur, über einem Kamin oder in einer Enfilade, ist eine der dankbarsten Aufgaben, die wir bekommen.

Moderne und zeitgenössische Kunst. Hier gibt es zwei Wege, und beide funktionieren. Das zurückhaltende Profil in einem edlen Holz, das die Arbeit fasst und sich sonst heraushält. Oder der bewusste Gegensatz: ein historischer Rahmentyp um eine heutige Arbeit — eine Setzung, die in Sammlungen und Ausstellungen seit langem verwendet wird und stärker wirkt als jede neutrale Leiste. Welcher Weg trägt, entscheidet die Arbeit, nicht die Regel.

Wer solche Rahmen kauft

In erster Linie Sammler, die für ein bestimmtes Bild das letzte Stück suchen — nicht irgendeinen passenden Rahmen, sondern einen, den es so kein zweites Mal gibt. Gebaut wird deshalb nach Maß, abgestimmt auf das Werk und auf das, was der Sammler sich vorstellt.

Dazu Museen, die für einen Neuzugang oder ein Werk aus dem Bestand eine Rahmung brauchen, die das Bild trägt. Ein günstiger Nachbau leistet das nicht: Er zitiert die Form und lässt aus, worauf es ankommt. Wo der Rahmen mitbestimmt, wie ein Werk gelesen wird, greifen Häuser zum handwerklich gebauten Stück.

Der Grund ist in beiden Fällen derselbe. Ein Rahmen dieser Machart ist ein Kunstwerk für sich und wird auch so behandelt.

In der Pfalz hängen ausgewählte Stücke in Privatbesitz. Ansehen kann man sie im Rhodter Schlössel in Rhodt unter Rietburg.

Kopie, Rekonstruktion, Eigenkonstruktion

Kopie nach Vorlage. Ein Original ist vorhanden — als Rahmen, als Leihgabe oder in einer Sammlung zugänglich. Wir nehmen Profil und Maße ab und bauen danach. Das ist der genaueste und zugleich unkomplizierteste Fall.

Rekonstruktion. Der ursprüngliche Rahmen ist verloren. Dann arbeiten wir nach dem, was belegt ist: Vergleichsstücke derselben Werkstatt oder Zeit, historische Abbildungen, Spuren am Bildträger. Was rekonstruiert und was ergänzt ist, halten wir fest — ein Rahmen, der mehr behauptet, als die Quellen hergeben, nützt einer Sammlung nichts.

Eigenkonstruktion. Ein neuer Rahmen im historischen Formenkanon, für eine Arbeit, die keinen zeitgenössischen Rahmen hatte oder haben konnte. Hier entwerfen wir das Profil und stimmen es auf das Bild ab.

Material und die Dinge, die man erst spät bemerkt

Echtes Ebenholz kam über den Seehandel in die Niederlande und war teuer; schon damals wurde deshalb Obstholz — meist Birnbaum — geschwärzt und als Ersatz verwendet. Beides verhält sich beim Arbeiten völlig unterschiedlich, und beides sieht am fertigen Rahmen anders aus. Welcher Weg richtig ist, entscheidet sich am Vorbild, nicht am Budget. Bei vergoldeten Rahmen gilt dasselbe für Grund, Poliment und Blattgold.

Dazu kommen die Dinge, die man erst beim genauen Hinsehen bemerkt: die Tiefe und Abfolge der Kehlen, das Verhältnis von Sichtbreite zu Bauhöhe, die Behandlung der Ecken, der Glanzgrad der Oberfläche und die Frage, ob der Rahmen eine gealterte oder eine frische Oberfläche tragen soll. Ein Rahmen, bei dem eines davon nicht stimmt, wirkt falsch, ohne dass man sofort sagen kann, warum.

Altmeistergemälde

Rahmen und Rekonstruktionen für Tafel und Leinwand — für Museen, Sammlungen und den Kunsthandel.

Spiegel

Spiegelrahmen nach historischem Vorbild oder als Eigenkonstruktion, für Interieur und Denkmalbestand.

Moderne Kunst

Zurückhaltende Profile in edlen Hölzern — oder der bewusste Gegensatz eines historischen Rahmentyps.

Nicht jeder Rahmen muss gebaut werden

Als Leihgabe

Für Museen kostenfrei, jeweils sechs Monate — Transport und Versicherung trägt das entleihende Haus.

Im Verkauf

Dauerhaft übernommen — mit Echtheitszertifikat der Werkstatt, das Holzart, Aufbau und alle Maße festhält.

Verfügbare Rahmen ansehen

Häufige Fragen

Am Anfang genügen drei Angaben: das Außenmaß des Bildträgers, seine Stärke, und ein Foto der Arbeit. Wenn ein Vorbild existiert — ein Rahmen, ein Vergleichsstück, eine Abbildung — schicken Sie es mit. Falzmaß, Sichtbreite und Bauhöhe legen wir gemeinsam fest; das ist der Teil, bei dem sich entscheidet, ob der Rahmen später zum Bild gehört oder davor steht.

Nein. Der Schwerpunkt liegt dort, weil die Wellenleiste der schwierigste Fall ist — gebaut wird aber jede Epoche: italienische Kassetta, französische geschnitzte und vergoldete Rahmen, Biedermeier, Historismus, dazu Spiegelrahmen und schlichte Profile für zeitgenössische Arbeiten. Sagen Sie uns, worum es geht, dann sagen wir, was passt.

Ja, und es sind oft die interessantesten Aufträge. Zwei Wege stehen offen: ein zurückhaltendes Profil in einem edlen Holz, das die Arbeit fasst und sich sonst heraushält — oder der bewusste Gegensatz, ein historischer Rahmentyp um eine heutige Arbeit. Das ist keine Verlegenheitslösung, sondern eine Setzung, die in Sammlungen seit langem verwendet wird.

Ja. Beim Spiegel trägt der Rahmen das ganze Objekt, entsprechend genau wird hingesehen. Wir bauen nach historischem Vorbild oder entwerfen für den Ort — über einem Kamin, in einer Enfilade, im Treppenhaus. Für die Verglasung arbeiten wir mit dem zusammen, was Sie vorgeben, von einfachem Spiegelglas bis zu handgefertigten Gläsern.

Ja, und wir empfehlen es bei jedem Auftrag, der über eine einfache Kopie hinausgeht. Ein Musterstück des Profils, in der vorgesehenen Holzart und Oberfläche, zeigt in fünf Minuten mehr als jede Zeichnung. Bei Rekonstruktionen ist die Bemusterung der Punkt, an dem eine Sammlung entscheidet, wie weit die Annäherung an das Vorbild gehen soll.

In beidem, je nach Vorbild. Historisch stand echtes Ebenholz nur für die aufwendigsten Rahmen zur Verfügung; geschwärzter Birnbaum war schon im 17. Jahrhundert der übliche Ersatz und ist damit oft die historisch richtigere Wahl, nicht nur die günstigere. Was im konkreten Fall stimmt, klären wir am Vorbild.

Ja. Wie weit die Alterung gehen soll, ist eine Entscheidung der Sammlung und keine handwerkliche: Ein Rahmen, der neben originalen Stücken hängt, soll sich meist einfügen; ein Rahmen, der als erkennbare Ergänzung gelten soll, gerade nicht. Wir führen beides aus und halten fest, was gemacht wurde.

Das hängt an Profil, Größe und daran, ob eine Vorlage vorliegt. Seriös lässt es sich erst sagen, wenn wir das Profil kennen — Wellenleisten sind in der Vorbereitung aufwendiger als in der Ausführung. Nennen Sie uns Ihren Termin, dann sagen wir Ihnen, ob er zu halten ist, bevor Sie planen.

Ja. Ausgewählte Stücke sind im Rhodter Schlössel in Rhodt unter Rietburg zu sehen. Dazu zeigen wir nach Absprache vorhandene Rahmen und schicken auf Wunsch Fotos einzelner Profile und Ecklösungen. Für Museen und Sammlungen kommen wir auch zu Ihnen, wenn ein Objekt vor Ort beurteilt werden soll.

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